Waterfront house balcony

Ein Eigenheim kann mit einer robusten Finanzierung von langfristigem Nutzen sein

Trumpf Eigenheim richtig ausspielen

Vermögen Der Immobilienmarkt gilt noch immer als angespannt und eine Entwarnung gibt es nur teilweise. Doch mit dem derzeitig rekordtiefen Hypothekarzins liesse sich so mancher Traum vom Eigenheim erfüllen.

Matthias Mehl

Anfang des Jahres standen alle Zeichen auf Sturm: Das Hypothekarvolumen nahm 2013 um 4,4 Prozent weiter zu und die Preise für Immobilien stiegen und hängten die reale Einkommensentwicklung ab. Die Symptome für eine Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt waren gegeben und sorgten unter Investoren und Festanlegern für grosse Unruhe.

Ob im 4. Quartal nun ein Wendepunkt erreicht ist und sich die Preise stabilisieren kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. «Eine gewisse Entspannung ist eingetreten. Für eine generelle Entwarnung ist es jedoch noch zu früh», sagt Ansgar Gmür, Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz (HEV).

Die Liegenschaften haben sich zwar verteuert, dennoch gelten die Investitionen in Immobilien als weiterhin attraktive, weil sichere Anlagemöglichkeiten für die Zukunft. Für eine lohnenswerte Investition muss sich der Anleger über seinen Investitionszweck sowie seinen Anlagehorizont im Klaren sein. Er sollte sich zunächst fragen: Nutze ich das Objekt selbst oder möchte ich es weitervermieten? Und: wie lange möchte ich mein Geld an das Objekt binden?

Langfristigen Nutzen sichern

Durch den momentan rekordtiefen Zins wird dem Eigenheiminvestoren eine günstige Hypothek in Aussicht gestellt: «Selbstbenutztes Wohneigentum liegt weiterhin im Trend», bestätigt Gmür, «weil die Zinsen gemäss Prognosen noch einige Monate tief bleiben werden.»

Fällt die Entscheidung für die Investition in das Eigenheim, sichert sich der Anleger einen langfristigen Nutzen jedoch nur mit einer robusten Finanzierung, denn: Auf die Unruhe des Immobilienmarktes haben die Regulatoren mit verschärften Tragbarkeits- und Amortisationsregeln für die Hypothekarnehmer reagiert. «Jede der getroffenen Massnahmen hat für sich genommen eine gewisse Berechtigung», räumt der Direktor von der HEV Schweiz ein, gibt aber zu bedenken:

Es ist die Summe und die Kadenz der Eingriffe, die uns Sorgen bereitet.

Neben den finanzpolitischen Massnahmen gibt es auch eine Reihe externer Faktoren, die beim Erwerb vom Eigenheim mithineinspielen. Peter Illig, Institutsleiter am Swiss Real Estate Institute der Hochschule für Wirtschaft Zürich, bemerkt hierzu: «Das Risiko von externen Schocks auf dem Eigenheimmarkt hat meines Erachtens in letzter Zeit zugenommen.» Beispielsweise durch den unsicheren Ausgang der Einwanderungsinitiative, der unsicheren Auswirkung der Abschaffung von Steuerprivilegien für ausländische Holdings und dem damit verbundenen Risiko von Abwanderungen, sowie der hohen Geldmengenausweitung der SNB und dem damit zusammen hängenden latenten Inflationsrisiko – um nur einige zu nennen. Entsprechend konservativ sollte ein Eigenheimkauf finanziert werden, rät Illig, «um beim Eintreffen eines Schocks und dem damit verbundenen Sinken von Eigenheimpreisen nicht unter Druck zu geraten.»

Schon gelesen?