Frauen Gruppe beim Shopping

Europa bietet viele wunderschöne Shoppingmetropolen, die nur einen Katzensprung entfernt sind.

Shoppen in fremden Städten – Ein Traum

Reisen Der Wochenendtrip in eine europäische Stadt ist für blosses Sightseeing fast zu schade. Denn wann sonst hat man so viel Zeit und Musse für ausgedehntes Power-Shopping?

Gerold Brütsch-Prévôt

Gerold Brütsch-Prévôt

Auf schwindelerregend hohen High-Heels marschiert die Pariserin durch die Gänge der U-Bahn, kombiniert selbstbewusst die neueste Louis-Vuitton-Tasche mit abgetragenen Secondhand-Jeans und vermittelt überhaupt den Eindruck, als habe sie ihr frühmorgendliches Styling gerade mal drei Minuten gekostet. Doch so nonchalant die Pariserin auch wirken mag – ihren Auftritt überlässt sie nicht dem Zufall!
 
Paris Eiffelturm
 

Paris – Für klassische Stilsicherheit

Natürlich gibt es in Paris fantastische Warenhäuser: Galeries Lafayette, Printemps, Le Bon Marché. Bei schlechtem Wetter eine echte Alternative. Aber auch sonst ist ein ausgedehnter Boutiquen-Bummel lohnenswert. Im 6. Arrondissement zum Beispiel, wo man sich zwischendurch in hübschen Bistros mit einem knusprigen Croque Monsieur stärken kann und beim Crème den Laufsteg sozusagen vor der Nase hat.

Hier lohnt sich ein Abstecher: für Taschen Upla (5, rue Saint-Benoît), für Sandalen Nessim Attal (122, rue d’Assas), für zarten Schmuck Adelline (54, rue Jacob) und für feminin-romantische Kleider Vanessa Bruno (25, rue Saint Sulpice).

Merci chérie

Ein besonderes Shopping-Erlebnis bietet der Pariser Concept Store Merci (11, boulevard Beaumarchais). Auf 1500 Quadratmetern gibt es alles, was das Herz begeht: Möbel, Küchenutensilien, Kleider, Papeterieartikel, Schmuck, Parfüm und Blumen. Alles ausgesucht, liebevoll designed und wunderschön präsentiert. Das Must-See für alle Shopping-Fans! Und das Beste: Der Gewinn geht an eine Stiftung für benachteiligte Kinder.

London – Für ausgefallene Coolness

Cool und fancy ist die Devise in London. Ein Beispiel gefällig? Zerschlissenes Totenkopf-T-Shirt, darunter blitzt ein neongrüner BH hervor, Tüll-Petticoat in Bonbonrosa, schwarze Netzstrümpfe und dazu leuchtend gelbe Doc-Martens. Apropos Schuhe: An der weltberühmten Oxford Street gibt es 42 Schuhläden – aber nur zwei Pubs.
 
London House of Parliament und Big Ben
 
Was auffällt in London sind die spektakulären Ladenkonzepte, die grosszügigen Verkaufsflächen und das ungewohnt nette Verkaufspersonal. Besonders sehenswert ist Anthropologie (158, Regent Street), wo man Mode, Möbel, Accessoires, Düfte, Schuhe und Schmuck kaufen kann. Alles in natürlich produzierter Top-Qualität, traumhaft präsentiert – eine Märchenwelt für sich.

Auch Schuhfetischisten werden in London fündig. Da gibt’s nicht nur die unverwechselbaren Doc Martens in jeder erdenklichen Ausführung, sondern auch sonst allerlei Verrücktes. Vorbeischauen sollte man auch bei Irregular Choice (35, Carnaby Street). Hier werden einfache Schuhe zu wahren Kunstwerken à la Vivienne Westwood.

Dublin – Für internationale Trends

Ebenso cool, wenn vielleicht auch ein bisschen weniger fancy, geht es in der irischen Hauptstadt Dublin zu und her. Die Iren geben dem Stil, den man normalerweise mit Grossbritannien verbindet, einen eigenen Twist. Wem der Sinn nach internationalen Topmarken steht, ist an der Grafton Street, der Shoppingmeile der Stadt, goldrichtig. Hier reihen sich Boutiquen von Gucci, Chanel und Armani aneinander.
 
Cork Männermode
 
Wer es ein bisschen lokaler mag, also auf der Suche nach einem echt irischen Shoppingerlebnis ist, sollte sich auf der anderen Seite des Flusses Liffey in die Henry Street begeben. Zwar warten auch hier Malls und internationale Brands, immer wieder findet man aber auch lokale Boutiquen vor.

Ein anderer irischer Shopping-Tipp, insbesondere für Männer, ist Cork, die drittgrösste Stadt der grünen Insel. Cork ist dank seiner geringeren Grösse überschaubar und bietet gleichzeitig eine Fülle an Herrenausstattern, die Ihresgleichen sucht. Fast an jeder Ecke hat Mann die Möglichkeit, sich mit eleganten Anzügen, Hemden oder Tweed-Waistcoats einzudecken.

Ein bisschen weiter weg

Neben den genannten Städten wartet Europa mit diversen weiteren, nennenswerten Shoppingdestinationen auf Sie. Berlin, Milano, Rom sowie Barcelona und Madrid sind nur einige davon.

Doch wollen wir nun das bekannte Terrain verlassen und uns zwei Städten widmen, die weiter entfernt liegen. Wer statt eines Wochenendtrips also lieber ausgedehnte Ferien machen will, kommt hier auf seine Shoppingkosten. Die Rede ist natürlich von New York und – für Europäer noch abenteuerlicher – Tokyo.
 
Tokyo schrille Mode
 

New York

In New York, der grössten Stadt der USA, ist die weltberühmte 5th Avenue einen Besuch wert. Alles was in der Modewelt Rang und Namen hat, ist hier vertreten. Gut shoppen lässt es sich auch im aufstrebenden Trendviertel Soho sowie im grössten Warenhaus der Welt – Macy’s. Ein Besuch dort lohnt sich für Touristen doppelt, da man sich am Informationsstand eine Rabattkarte über zehn Prozent abholen kann.

Tokyo

In Japans Hauptstadt liegen die Shoppingviertel in den Stadtteilen Ginza und Shibuya. Das Besondere an der japanischen Mode ist ihre Bandbreite. Von grell, schrill und für Europäer beinahe unerträglich bunt bis hin zu edel und schlicht ist alles vertreten. Interessant ist der Stilmix. Gerade die jüngere Generation kombiniert gerne amerikanische Worker-Styles mit Fernost-Chique, also zum Beispiel eine abgetragene Jeans mit einem Kimono.