Champagner Feier

Champagner schmeckt auch zum Essen ausgezeichnet

Luxusgetränk der Superlative

Kulinarisches Champagner und Erdbeeren – was sich Julia Roberts im Film «Pretty Woman» zusammen mit Richard Gere schmecken liess, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Der edle Tropfen passt aber zu weitaus mehr.

Sybille Brütsch-Prévôt

Sybille Brütsch-Prévôt

Keine Hochzeit, kein Geburtstag, keine Schiffstaufe und kein Formel-1-Gewinn ohne Champagner! Das perlende Getränk aus der Champagne ist bei jeder Feier ein Muss und steht bis heute für Exklusivität und Luxus. Was wir heutzutage zum Anstossen auf grosse Momente ins Glas füllen, ist jedoch eher per Zufall entstanden.

«Bei Siegen hat man ihn verdient, bei Niederlagen braucht man ihn.» Winston Churchill

Blick zurück

Im 17. Jahrhundert entdeckte man zufällig, wie sich Schaumwein herstellen lässt: Weil die Trauben im Norden Frankreichs erst spät im Jahr reif wurden und gepflückt werden konnten, kam es immer wieder vor, dass der Wein vor Beginn des Winters nicht vollständig durchgegärt war. Erst der nächste Frühling mit steigenden Temperaturen setzte diesen Vorgang fort. So kam die Gärung ein zweites Mal in Gang und es entstand Kohlendioxid. Wenn der Wein sich in Holzfässern befand, war dies kein Problem, denn die Kohlensäure konnte entweichen.

Anders, wenn der Wein bereits in Glasflaschen abgefüllt wurde. Dann blieb die Kohlensäure in der Flasche und es entstand Schaumwein. Dieser Wein galt lange als nicht einwandfrei, doch an den europäischen Königshöfen wurde er bald zum bevorzugten Getränk. Dom Pérignon, der Benediktinermönch (1638–1715) führte zahlreiche Experimente durch, um den Herstellungsprozess kontrollierbar und reproduzierbar zu machen.

Weil die Hefe der zweiten Gärung in der Flasche verblieb, war der Champagner noch nicht transparent. So erfand Anfang des 19. Jahrhunderts Madame Cliquot zusammen mit ihren Kellermeistern das Degorgieren. Dabei wird der Flaschenhals kurz in ein Eisbad getaucht, damit die Hefe, die sich oberhalb des Korkens gesammelt hat, zu einem Eisklötzchen gefriert. Beim Öffnen der Champagnerflasche wird das gefrorene Depot durch den Kohlesäuredruck ausgeschleudert. 1884 erfand schliesslich Raymond Abelé die erste Degorgiermaschine.

 

Die Reblaus und andere Krisen

Bereits unter Napoleon boomte der Champagner, denn dieser feierte seine Siege und seine Kaiserkrönung mit dem edlen Getränk. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts brachte Veuve Cliquot den ersten Rosé-Champagner auf den Markt, 1870 wurde der erste Jahrgangschampagner abgefüllt. Der Champagner entwickelte sich weltweit zu einem Luxusgetränk – nach Grossbritannien waren die USA die grössten Abnehmer.

Ende des 19. Jahrhunderts stoppte die Reblausinvasion den Champagner-Boom abrupt und auch das 20. Jahrhundert begann für den Champagner nicht besonders gut. So war die Champagne Schauplatz zahlreicher Kämpfe im Ersten Weltkrieg, und mit der Revolution in Russland (1917) sowie der Prohibition in den USA gingen wichtige Exportmärkte verloren.

Doch all diese Schicksalsschläge konnten den Siegeszug des Champagners nicht aufhalten. Heute werden ungefähr 300 Millionen Flaschen Champagner pro Jahr produziert. Das Getränk, das ursprünglich fast ausschliesslich Königen und Kaisern vorbehalten war, hat eine globale Anhängerschaft gefunden.

 

Champagner

 

Champagner zum Essen

Smart Fact

Übrigens: Der schweizerische Ausdruck «Cüpli» bezeichnet ein Glas Champagner. Niemals Sekt oder Prosecco!


Champagner wird gerne als Aperitif getrunken. Er eignet sich aber auch vorzüglich zum Essen, und zwar vor allem zu Produkten, die im Eigengeschmack nicht allzu sehr dominieren. Zu scharfen oder stark gewürzten Speisen wie asiatische oder mediterrane Küche deshalb besser keinen Champagner trinken – sie verbergen seine geschmacklichen Nuancen.

Champagner-Risotto, Champagner-Sauce, Champagner-Truffes: Aus dem Schaumwein lässt sich so einiges zaubern! Für die kalten Wintertage hier ein ganz besonders edler Fondue-Genuss.

 

Winterliches Rezept – Champagner-Fondue

Champagner Fondue
 

Zutaten

  • 300g Greyerzer, mild
  • 200 g Greyerzer, reif
  • 300g Vacherin Fribourgeois
  • 5dl Champagner brut (Rosé)
  • 4TL Zitronensaft
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1dl Whisky
  • 4TL Maizena
  • wenig Pfeffer, Muskat und Paprika

 

Zubereitung

Das Caquelon mit einer Knoblauchzehe ausreiben. Den Champagner im Caquelon erhitzen, bis er zu köcheln beginnt. Geriebenen Käse dazugeben und fleissig rühren. Zitronensaft einrühren (verhindert das Scheiden der Masse). Maizena im Whisky auflösen, beigeben. Sobald die gewünschte Konsistenz erreicht ist, mit Pfeffer, Muskat und Paprika würzen.