Sira Topic

Sira Topic - ein gefragtes Model

«Die Kamera und ich – es war Liebe auf den ersten Blick»

Die 24-jährige Sira Topic lebt den Traum zahlloser junger Frauen: Sie ist Model und Schauspielerin. Ihr Job führt sie um die ganze Welt und ermöglicht ihr die Zusammenarbeit mit renommierten Fotografen und Filmschaffenden. Abgehoben ist sie auch nach ihrer Rolle in «Achtung, fertig, WK» nicht.

Matthias Mehl

Sira Topic, Sie sind ein gefragtes Model, arbeiten bei der Zürcher Modelagentur Fotogen. Wie sind Sie in die Modelwelt eingestiegen?

Ich bin da quasi reingerutscht. Ich wuchs auf dem Land auf, mein Umfeld bestand aus sehr naturverbundenen, spirituellen Menschen. Das ganze Model-Ding war mir von dem her fremd und nie ein Thema. Die Freude am Fotografieren hatte ich aber schon von klein auf. Genauso liebte ich es, mich zu verkleiden. Gute Voraussetzungen also für meine spätere Karriere (lacht).

Sie wurden demnach entdeckt?

Ja, genau. Ich bin zwar in Zürich geboren, lebte aber als Kind in Frankreich, auf dem Land. Im Alter von 15 Jahren zog es mich dann in eine grössere Stadt, weil ich am örtlichen Kunstgymnasium studieren wollte. Da wurde ich von einem Herrn auf der Strasse angesprochen, einem Fotografen. Er meinte, er sähe in mir grosses Potenzial für eine Karriere als Model. Ich war aber skeptisch und wollte den Termin erst nicht wahrnehmen, es erschien mir alles etwas komisch. Der Zufall wollte es aber, dass ich den Mann nochmals traf. Letztlich liess ich mich überreden. Ich dachte mir: «Komm, why not?» Und so ging ich hin.

Was geschah dann?

Wir machten erste Probeaufnahmen. Es war für mich das erste Mal vor einem professionellen Fotografen. Es gefiel mir, ich verstand instinktiv, was ich vor der Kamera tun musste, wie ich mich zu geben hatte. Mein Faible für das Verkleiden hat mir dabei sicherlich geholfen.

Ich verstand instinktiv, was ich vor der Kamera tun musste.

Es war quasi Liebe auf den ersten Blick. Und so hatte ich meine ersten Schritte im Model-Geschäft unternommen und kam dann später bei der Agentur Fotogen unter Vertrag.

Was schätzen Sie an Ihrem Job am meisten?

Die Freiheit, die ich geniesse. Das gilt sowohl für das Modeln wie auch das Schauspielern. Klar, in beiden Berufszweigen muss man viel und hart arbeiten, aber es sind gleichzeitig sehr kreative Tätigkeiten. Zudem bin ich kein «klassisches Modell», ich stehe nicht auf dem Laufsteg, sondern arbeite nur im Rahmen von Kampagnen. Dadurch bewahre ich mir ein weiteres Stück Freiheit und Flexibilität, was mir sehr wichtig ist. Ich versuche, mir selber treu zu bleiben und mich nicht für Jobs allzu sehr zu verbiegen.

Viele Leute haben Sie schon auf Plakaten gesehen, den meisten dürften Sie aber eher als Schauspielerin ein Begriff sein.

Das stimmt wahrscheinlich. Ich habe in den letzten Jahren in zwei Kinofilmen mitgewirkt, dem «Missen Massaker» von Michael Steiner und an der Seite von Marco Rima in «Achtung, fertig, WK». Beides tolle Erlebnisse, im WKFilm spielte ich zudem erstmals eine Hauptrolle, was mir gut gefallen hat.

Also lieber Schauspielern statt Modeln?

Das kann ich so nicht sagen, denn beide Bereiche sind höchst unterschiedlich und auf ihre Art und Weise faszinierend. Ich schätze mich glücklich, dass ich beide Dinge erleben darf. Die Schauspielerei fasziniert mich, ich möchte das gerne weiter verfolgen.

Gibt es ein Shooting, das Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?

Nun, jedes Shooting für das man an exotische Locations geht ist grundsätzlich spannend. Aber wenn ich einen Job herauspicken müsste, dann wären es wohl die Shootings für das Casino Baden.

Was war daran besonders?

Die gesamte Stimmung war äusserst speziell. Normalerweise befindet man sich bei einem Shooting vor allem im Dialog mit dem Fotografen, doch in Baden gab es zudem eine Unmenge an Statisten, was aufregend und impulsiv war. Und laut. Zudem gab mir das Engagement für das Casino die Möglichkeit, mit Hans Peter Schneider zusammenzuarbeiten.

Die Schauspielerei fasziniert mich.

Er ist ein fantastischer Fotograf, die Chemie zwischen uns stimmt absolut und ich denke, dass sich das positiv auf die Bilder überträgt. Eine andere Arbeit, die besonders spannend war, ist die Serie «From heaven to hell». Dabei bin ich zum Beispiel einmal engelsgleich abgebildet, ein anderes Mal hingegen ölverschmiert und zerzaust zu sehen. Diese Dualität fand ich äusserst interessant, sie spiegelt für mich auch eindrücklich die beiden Seiten einer Frau wieder.

Das Modeln hat viel mit Schönheit zu tun, gutes Aussehen ist Kapital. Wie sieht Ihre Beauty-Routine aus?

Ich mache mich natürlich gerne schön – wie das jede Frau tut. Aber ich habe keine besondere Routine, die ich befolgen würde. Ich verlasse mich auf natürliche Präparate sowie Tipps meiner Grossmutter.

Können Sie uns einen solchen Tipp nennen?

Ja: Tragen Sie Olivenöl auf das Haar auf und lassen Sie es über Nacht einziehen. Das ist wahrhaft Balsam! Aber die eigene Erscheinung wird ja nicht nur durch das Gesicht bestimmt, sondern auch durch das Auftreten. Ich bin darum ein Fan von eleganter Mode – auch hier geht es mir wie den meisten Frauen.

Haben Sie einen Lieblingslook?

Für mich ist Fashion ein sehr individuelles Thema. Es ist nicht unbedingt das Wichtigste in meinem Leben und aktuelle Trends sind halt immer von früheren Stilrichtungen inspiriert. Ich würde aber schon sagen, dass ich meinen eigenen Look habe und mich immer so anziehe, wie ich mich gerade fühle.

Ich bin viel auf Achse. Doch das ist ein Teil von mir.

Dabei ist es mir egal, ob die Klamotten teuer oder günstig sind, neu oder alt – wenn einem etwas gefällt, dann wird es auch zu einem passen. Es gibt ein spanisches Sprichwort, das übersetzt so viel heisst wie «Die Stange macht das Kleid aus und nicht umgekehrt». Ich habe eine Schwäche für die Mode der 50er-Jahre, welche die ganze Schönheit und Kurven einer Frau zur Geltung bringt. Und ich trage fast immer schräge Outfits (lacht).

Wie sieht es mit dem Thema «Ernährung» aus? Ist Verzicht ein Teil des Jobs?

Ich bin Französin, ich kann überhaupt nicht leben ohne gutes und reichhaltiges Essen! Ich stehe darum auch zu meinem Körper. Essen bereitet mir grosse Freude und ohne es würde mir etwas ganz wichtiges fehlen. Ich bin aber durchaus auch bereit, für einen Job etwas ab- oder zuzunehmen, je nachdem, was der Kunde verlangt. Es gibt aber Grenzen und die Gesundheit bleibt die wichtigste Sache dabei.

Was möchten Sie in Ihrer Karriere unbedingt einmal erreichen?

Ich bin 24 Jahre alt und möchte an diesem Punkt noch nicht irgendein konkretes Ziel für mich fixieren. Was ich mit Sicherheit tun möchte, ist meinen Weg gehen, neue interessante Menschen kennenlernen. Menschen, die mich inspirieren. Natürlich möchte ich meinerseits anderen Leuten als Inspiration dienen. Wenn ich es schaffe, Betrachter, ob nun durch das Modeln oder durch die Schauspielerei, zu berühren, macht mich das bereits sehr glücklich.

Als Model kommen Sie viel herum. Wie geht Ihr Umfeld damit um?

Seit fünf Jahren lebe ich jetzt wieder in der Schweiz, habe ein gutes und starkes Netzwerk. Aber es stimmt schon, ich bin viel auf Achse. Doch das ist ein Teil von mir. Schon als Kind führte ich ein Zigeunerleben, ich kenne es nicht anders. Meine Familie und Freunde sind mir sehr wichtig und ich pflege diese Kontakte so gut es mir möglich ist. Gleichzeitig wissen die Menschen, die mir wichtig sind und denen ich etwas bedeute, wie ich ticke und sie kennen auch meine Situation.

Sind Sie nie einsam, wenn Sie unterwegs sind?

Nein, denn ich kommuniziere gern. Und viel (lacht). Auf diese Weise lerne ich auf meinen Reisen viele spannende Menschen kennen, mache neue Bekanntschaften und erweitere meinen persönlichen Horizont. Zum Beispiel wenn ich in Marroko vor der Kamera stehe. Da trifft man Menschen, denen man – logischerweise – hierzulande nie über den Weg gelaufen wäre. Ich erachte es als grosses Glück, diese Menschen im Rahmen meiner Arbeit kennenlernen zu dürfen.

Über Sira Topic

Sira Topic wurde 1991 in Zürich geboren und lebte während ihrer Kindheit/Jugend in Frankreich, wo sie als Model entdeckt wurde. Sira Topic hatte im Film «Achtung, fertig, WK» an der Seite von Marco Rima ihren nationalen Schauspiel-Durchbruch. Sie arbeitet bei der Zürcher Modelagentur Fotogen (fotogen.ch).